Einmal pro Woche, jeweils donnerstags vormittags außerhalb der Schulferienzeiten, treffen sich die Vorschulkinder der gesamten Einrichtung in einer altershomogenen Gruppe. Sie sollen sich bewusst – auch in ihren jeweiligen Gesamtgruppen – als die ältesten Kinder der Kita mit besonderen Rechten und Pflichten erleben. Dabei sollen Pflichten nicht als unliebsames „Muss“ erfahren werden, sondern als Resultat einer bestimmten Entwicklung und mit der Haltung „weil ich zu den ältesten Kindern gehöre, kann ich besondere Verantwortung übernehmen“ durchgeführt werden, z.B. „ich kann neuen Kindern helfen, sich in der Kita zurechtzufinden“, „ich kann jüngeren Kindern helfen…“ bei einer Bastelarbeit, beim Anziehen, beim Fertigstellen eines Puzzles … „Ich kann“ … ein Kind trösten, beim Schlichten eines Streites helfen, bei der Vorbereitung einer gemeinsamen Mahlzeit, eines Festes, eines Familiengottesdienstes mich in besonderem Maße einbringen. Stärken kommen hier besonders zum Ausdruck, aus diesem Grund sind Kinder i. d. R. hoch motiviert, ihre Pflichten ernst zu nehmen und zu erfüllen. Zu den begehrten Rechten der Vorschulkinder gehört vor allem die Teilnahme am wöchentlichen Vorschulprogramm, beliebte Botengänge ins Büro oder in eine andere Gruppe zum Übermitteln einer Nachricht – Dinge, welche älteren Kinder zugetraut werden können und die gleichzeitig das Selbstwert- und Verantwortungsgefühl stärken, sowie die Selbständigkeit fördern.
Inhalte des Vorschulprogramms beabsichtigen eine gezielte Vorbereitung auf die Schule. Darüber hinaus soll die Vorfreude auf die Schulzeit geschürt und evtl. Ängste abgebaut werden. Die Vorschulkinder sollen sich eine bestimmte Zeitlang auf eine ihnen vorgegebene Sache konzentrieren. Individuelle Hilfestellungen vermitteln ihnen Erfolgserlebnisse, gleichzeitig erfahren sie aber auch, dass man manchmal etwas falsch machen, Fehler jedoch verbessern und dadurch neue Erkenntnisse gewinnen kann.
Kinder, welche mit Elementen der Vorschulgruppe überfordert sind, werden durch besondere Hilfestellungen durchgetragen, da Kinder, welche nach der Kitazeit die Sonderschule besuchen evtl. unter ihren Defiziten leiden und in besonderem Maße Erfolgserlebnisse benötigen. Bei überforderten Kindern, die nach Wunsch der Eltern vorzeitig eingeschult werden sollen, wird zunächst Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten gehalten. Nach einer einfühlsamen Vorbereitung des betreffenden Kindes sowie der Gruppe, wird dieses Kind von der Teilnahme am Vorschulprogramm zurückgestellt.
In der altershomogenen Gruppe der Vorschulkinder werden aktuelle Themen vertieft, wie auch eigene Themengebiete bearbeitet. I. d. R. wird einmal pro Monat eine Exkursion oder ein Workshop durchgeführt – passend zum jeweiligen Thema oder zur Jahreszeit. So kommen z.B. Workshops über gesunde Ernährung oder zur Verkehrssicherheit vor; Exkursionen führen in den nahe gelegenen Wald (Walderlebnisspiele), den Botanischen Garten (die Bäume im Herbst, Pflanzen brauchen Licht, das Froschkonzert, wo wächst der Fliegenpilz), in unterschiedliche Museen, zur Feuerwehr und Polizei und in die Stadtbücherei.
In den Herbstferien veranstalten wir, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen des Jugendzentrums in den Räumen des Jugendzentrums eine Kinderbibelwoche. Vorschulkinder und Schulkinder beschäftigen sich eine Woche lang vormittags mit einem biblischen Thema, spielen, basteln, gestalten und frühstücken gemeinsam und feiern nach der Kinderbibelwoche einen Gottesdienst, in welchem die erarbeiteten Inhalte zum Ausdruck kommen.
Gegen Ende der Kitazeit gestalten die Vorschulkinder ihre Mappe, welche sie bei ihrem Abschied, gefüllt mit Werken der gesamten Kitazeit, überreicht bekommen.
Kurz vor den Sommerferien verbringen die Vorschulkinder mit ihren Bezugspersonen , also den Kräften, die hauptsächlich das Vorschulprogramm durchgeführt hatten, 24 Stunden außerhalb der gewohnten Umgebung; meist in Hattingen, wo in Haus Friede übernachtet wird.
